Insekten

Insekten gehören zu meinen liebsten Fotomotiven. Von daher war es nahe liegend beim Aufbau meiner Fotosammlung hier ihnen das nächste Album zu widmen. Angefangen hat mein fotografisches Interesse an Insekten eher zufällig. Inzwischen ist daraus schon sowas wie eine Leidenschaft geworden.

Los ging es damit, dass ich mir für meine damalig Olympus E-500 ein 105 mm f/2.8 Makro Objektiv kaufte. Dabei hatte ich anfangs nur eine diffuse Faszination für Makros im Kopf. Nach einigen Experimenten mit verschiedenen Motiven landete ich recht schnell bei Insekten. Anfangs waren die Ergebnisse wenig berauschend. Wenn mal ein halbwegs brauchbares Bild dabei war, so konnte es mich meist nicht überzeugen. Mit den tollen Insektenmakros aus dem Internet konnte ich einfach nicht mithalten. Trotzdem hatte mich hier mein Ehrgeiz gepackt. Solch tollen Fotos, wie ich sie überall fand, wollte ich auch machen. Nachdem ich dann einen Workshop zum Thema bei Björn Langlotz besucht hatte und etwas über die passenden Einstellungen von Blende, Iso und Zeit sowie Bildaufbau gelernt hatte, wurden die Ergebnisse schnell ansehnlicher.

Jetzt hätte ich ja eigentlich zufrieden sein können. Aber weit gefehlt! Jetzt ging es richtig los. Zum einen wollte ich nun auch wissen, was ich da vor die Linse bekam. Gleichzeitig stellte ich fest, dass Fliege, Biene, Käfer und Libelle nicht ausreicht als Bestimmung. Je mehr ich draußen in Wald und Wiese unterwegs war, um so mehr war ich auch erstaunt, was für eine Vielfalt da so unterwegs ist. Was blieb mir übrig, als mir ein Bestimmungsbuch zu kaufen. Mittlerweile hab ich etwa 15 bis 20 davon. Insekten, Käfer, Spinnen (ja ich weiß das sind keine Insekten, aber über die stolpert man ja zwangsläufig, wenn man sich mit Insekten beschäftigt), Wanzen, Grashüpfer und Heuschrecken ist alles dabei.

Noch viel wichtiger als der Technikkram  war jedoch die von Björn angetriggerte Erkenntnis, dass es bei der Jagd nach tollen Bildern gar nicht so sehr auf die Jagd ankommt, als vielmehr auf Geduld und Beobachtung. Dass es hilft möglichst viel über das Verhalten des Tieres zu wissen. So fliegen beispielsweise viele Libellenarten stundenlang die gleichen Routen ab. Diese gilt es durch geduldiges Beobachten zu entdecken. Dann steigen auch die Chancen so ein Tier im Flug zu fotografieren.

So baute ich auch parallel zu meiner fotografischen Leidenschaft auch ein kleine Bibliothek an Insektenliteratur auf. Die Leidenschaft hat sich mittlerweile etwas gelegt. Die Faszination ist aber geblieben. Heute genieße ich jeden Tag, an dem ich rauskomme und mich auf die Lauer lege. Es ist für mich eine Geduld- und Entspannungsübung. Wenn es richtig gut läuft hat es was Meditatives. Zwei, drei Stunden vergehen da wie im Fluge. Mitunter stehe ich bis zu den Knien im Schlamm, mitten in der prallen Sonne und merke nicht, wie mich die Mücken aussagen, weil auf dem Schilfhalm vor mir eine Libelle sonnt. Wenn ich dann nach Stunden nachhause komme und schließlich frisch geduscht die Ausbeute des Tages sichte, dann bin ich glücklich.

So und hier gibt es jetzt eine kleine Auswahl aus diesen Jahren:

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